Offener Brief von Cem Jebsen an Prof. Dr. Guido Knopp – Zur Beseitigung des Nationalsozialismus

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Sehr geehrter Herr Professor Dr. Knopp,

jüngste Beiträge einiger Gastautoren auf unserer internationalen Medienplattform haben ein bedeutendes, acht Jahre altes Gerichtsurteil zurück ins öffentliche Bewusstsein geholt und äußerst interessante Gesichtspunkte zu Tage gefördert, die dringend einer näheren Betrachtung bedürfen und sicherlich nicht nur unsere geneigte Leserschaft, sondern auch die gesamte restliche Welt und speziell Sie als Geschichts-Experten und -Publizisten interessieren.

Es ist eine hitzige Diskussion in einer recht schmierigen, durchaus delikaten und ungemein schlüpfrigen Angelegenheit entfacht, die eine Vielzahl bedeutender Fragen aufwirft und durch unzählige Zuschriften angeregt haben mein Team und ich damit begonnen, selber zu recherchieren, sind sozusagen ganz tief in den oft besungenen Kaninchenbau hinabgestiegen und haben dabei schier unglaublich Anmutendes entdeckt.

Sie gelten weit über Ihre zahlreichen Veröffentlichungen hinaus als ausgewiesener Experte in der Sache NS-Zeit und angesichts der möglichen Brisanz der sich aus dem Urteil ergebenden Fragen einerseits und gebotener Dringlichkeit aufgrund des öffentlichen Interesses andererseits, wende ich mich in Form dieses Offenen Briefes an Sie – in der Hoffnung, mit Ihrer Hilfe Licht ins Dunkel zu bringen und mit der Bitte, uns mit Ihrem Spezialisten-Wissen bei der Beantwortung der Unmenge an Fragen, welche dieses Urteil zu stellen verlangt, zu helfen.

CemFM ist für seinen in Gänze freien, wahrhaft unabhängigen Premium-Journalismus sowie seine Kompromisslosigkeit bekannt und geht, wenn es sein muss, auch dahin, wo es weh tut und stellt Fragen in alle Richtungen in allen Bereichen.

Stets nur die Wahrheit im Sinn, holen wir auch unbequeme Erkundigungen ein und sprechen Themen an, die gewisse Kreise gerne weiterhin mit dem Mantel des Schweigens bedeckt wüssten.

Der durch das Urteil aufgeworfene Fragen-Komplex scheint ein solches Sujet zu sein, denn welche im wahrsten Sinne des Wortes ungeheuerliche Sprengkraft dem Richterspruch No. 143 des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 03.02.2012, sofern richtig verstanden, innewohnt, lässt einem – gelinde gesagt – den Atem stocken und das Blut in den Adern gefrieren.

Die BRD – so heißt es offiziell – ist die Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches (sic!)!

Nachdem der erste Schock, den diese Feststellung zwangsläufig hervorruft  – schließlich wird den Völkern seit jeher das genaue Negativ dieser wenn auch nicht unbestrittenen, so zumindest doch unbestreitbaren Tatsache verkauft – verdaut ist, ergeben viele ehemalige Paradoxa plötzlich Sinn und mindestens ebenso viele neue werden geboren.

Wenn die BRD also dem Nationalsozialismus nachfolgt – was zweifelsfrei feststeht und erwiesenermaßen höchstrichterlich bestätigt wurde – ist es für die getäuschte Öffentlichkeit von größtem Interesse zu erfahren, woran sie wirklich ist und welches bzw. wessen Spiel hier eigentlich gespielt wird.

Dass von offizieller Seite kein großes Aufhebens um diesen skandalösen Paukenschlag gemacht wurde, erstaunt nicht im Geringsten, jedoch ergibt sich hieraus sofort die Nachfrage, wie in Herrgotts Namen denn so etwas Unvorstellbares und Unglaubliches überhaupt möglich ist.

Es hat zwingend eine gründliche Aufklärung zu erfolgen – dahingehend und darüber hinaus, wessen Geistes Kinder  jene Gestalten, die meinen, hier die Feder zu führen, in Wahrheit sind – und wir möchten gerne informativ mit Ihrer Unterstützung unseren Teil zu der Verpflichtung beitragen, gemäß unseres Credos die Fakten hinter den Fakten sowie den größeren Gesamtzusammenhang herauszuarbeiten und klar zu benennen.

Die allgemeine Verwirrung erscheint riesengroß und das zuerst einen schlechten und pietätlosen Scherz einer Fake-News-Redaktion gewähnte Urteil besitzt vom „Ich verstehe die Welt nicht mehr“-Faktor her ungefähr das Gewicht, als wäre unsereinem als Kind in einem Atemzug die Mär von Weihnachtsmann, Osterhase und Klapperstorch gleichzeitig offenbart worden.

Im Folgenden wollen wir nun die aufgebrachten, fliehenden und irritierten Gedanken einmal zu ordnen versuchen und uns den zahlreichen Fragen hinwenden, deren Formulierung das Urteil unausweichlich bedingt.

Die BRD ist also die Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches – was bedeutet das denn nun ganz genau, sowohl formaljuristisch als auch insgesamt?

Ist es etwa so, dass Konrad Adenauer als Nachfolger von Karl Dönitz zu gelten hat, so wie Dönitz davor der Nachfolger Adolf Hitlers war?

Nehmen wir doch einmal modellhaft an, ein Fast-Food-Restaurant wechselt den Besitzer und dieser übergibt es an seinen Nachfolger – aus dem Big Mac-Verkäufer würde vielleicht ein Whopper-Verkäufer – er bleibt gleichwohl allemal ein Burger-Verkäufer.

Hat sich mit dem Besitzerwechsel neben dem Präfix eigentlich von der Wurzel her noch irgendetwas anderes geändert? Oder bleibt nicht vielmehr außer der Vorsilbe weiterhin alles beim Alten? Es werden schlussendlich nach wie vor morbide Pappbrötchen verkauft – nur hat man dem Kind schlicht einen neuen Namen gegeben und vielleicht noch die Gardinen im Gastraum ausgetauscht.

Bedeutet dies analog zu unserem Beispiel nicht, dass sich außer der Umformulierung der Bezeichnung „Reichskanzler“ in „Bundeskanzler“ nichts geändert hat und Kanzlerin Dr. Angela Merkel somit in mittelbarer Amtsnachfolge Hitlers steht?

Da Hitler nach dem Tod von Reichspräsident Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg auch dessen Amt in Personalunion übernahm, ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier  folglich nicht ebenfalls ein Amtsnachfolger Hitlers und führt wie einst Hitler die präsidialen Geschäfte einfach weiter?

Oder ist anzunehmen, dass unser neuer Restaurantbesitzer nach der Geschäftsübernahme kein totes Fleisch mehr brät, sondern plötzlich sein Sortiment auf biologisch erzeugtes Hochland-Gemüse aus den peruanischen Anden umstellt?

In welch bittersüßer Ironie kommt vor diesem Hintergrund die Aussage Steinmeiers daher, der vor kurzem einem geprügelten Hunde gleich fabulierte, man könne Deutschland – gerade in Anbetracht der Zeit von 1933-1945 – nur mit gebrochenem Herzen lieben.

Erinnert dessen ansichtig die Glaubwürdigkeit seiner Warnungen vor einem erneuten Aufflammen des Nationalsozialismus nicht sofort an den adipösen Metzger, der seine Mitbürger mit Mettbrötchen und Zigarette in den Händen von den gesundheitlichen Vorzügen einer veganen Rohkost-Ernährung und auch sonstiger Askese überzeugen will?  

Das 3. Reich wurde also de facto nie beendet und es stellt sich die Frage, wie viel NS-Staat heute noch in der BRD steckt – erwägt man alleine die über 80 (achtzig!) sich noch in Anwendung befindenden Nazi-Gesetze, wird ihre Beantwortung so Manchem gewiss einer eiskalten Dusche gleichkommen.

Was eigentlich müsste denn geschehen, um das III. Reich endlich und endgültig abzuwickeln und zu Geschichte werden zu lassen?

Um mit dem Entwirren des Wollknäuels allgemeiner Konfusion beginnen zu können, lohnt ein näherer Blick auf die Ursprünge des Dilemmas – die unter nebulösen und äußerst schwammigen Umständen erfolgte Kapitulation – denn dort finden wir unverzüglich etliche Ungereimtheiten vor.

Warum haben lediglich die Streitkräfte der Wehrmacht kapituliert und nicht etwa auch alle anderen Truppenverbände?

Weshalb wurde in Berlin-Karlshorst selbst die Kapitulations-Urkunde der Wehrmacht nicht von ihrem Oberbefehlshaber Großadmiral Dönitz unterzeichnet? Die Delegation der Deutschen wurde zur Unterzeichnung extra aus Flensburg-Mürwik eingeflogen – wo zu dem Zeitpunkt auch Dönitz weilte.

Da wird also ein Weltkrieg beendet und dem Nachfolger Hitlers und Oberbefehlshaber der Streitkräfte gönnt man lieber die aerosolhaltige Luft der Ostsee, anstatt auch ihn in den Flieger zur Unterzeichnung eines der wichtigsten Dokumente des Jahrhunderts zu setzen.

Möge diesen „Protokoll-Fehler“ bloß niemand mit den „Wirren des Krieges“ zu entschuldigen suchen, immerhin durfte Dönitz doch noch 1963 in einer Schule in Hamburg skandalträchtig seine ideologisch verfärbten Kriegserinnerungen sowohl ungehindert als auch unkommentiert einem jungen Publikum als historische Tatsachen unterjubeln, so dass zweifelsohne ausreichend Zeit für das Setzen einer Unterschrift vorhanden war.   

Bedenken wir, dass lediglich die Wehrmacht kapituliert hat, wäre es da nicht eventuell geboten, aus der erfolgten Teilkapitulation eine vollständige zu machen?

Nur – wer ist heute beispielsweise für die SS, die nie die Waffen gestreckt hat und sich somit neben vielen anderen Formationen auch heute formal noch immer im Krieg befindet, zeichnungsbefugt und zur Unterschrift berechtigt?

Wenn die BRD die Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches ist – welche bundesdeutsche Organisation ist dann dementsprechend die Rechtsnachfolgerin z.B. der Waffen-SS?

Da Dönitz nie ein Vertragswerk unterzeichnet hat – wer als sein Rechtsnachfolger könnte es heute?

Werden vielleicht gerade deshalb bis heute keine Friedensverträge unterzeichnet, weil sonst öffentlich bekannt würde, welche jeweiligen bundesdeutschen Einrichtungen Rechtsnachfolgerinnen der entsprechenden Nazi-Institutionen sind und welcher bundesdeutsche Politiker welchen NS-Verbrecher im Amt beerbte?

Oder ist eine formelle Kapitulation eventuell gar nicht mehr nötig und wäre die vollständige Entnazifizierung möglichweise schon allein mit der Erfüllung des Potsdamer Abkommens abgedeckt?

Fragen über Fragen…

Ich kann und möchte dieses Urteil ja selber kaum glauben und betone, dass ich hier keine wilden Behauptungen aufstelle, sondern im Rahmen meiner journalistischen Sorgfaltspflicht und überdies meines Leserauftrags ganz simpel Tatsachen nachgehe und sich aus ihnen ableitende, verstörende Fragen stelle.

Aber wenn wir ehrlich sind, erscheint der Gedanke, dass in dieser Büchse mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit steckt, so abwegig gar nicht mehr – würdigen wir alleine nur das muntere Wahlen annullieren, die Ruchlosigkeit etlicher die Grundrechte außer Kraft setzender willkürlicher Verordnungen oder das fröhliche Kooperieren und Bündeln von Kräften wie bei Sonnenkönig Söder und seiner Masken-Angetrauten.

Wenn es einem Normalsterblichen auch ziemlich unmöglich erscheinen mag, den kognitiven Weg durch dieses Labyrinth eines heillosen und bewusst inszenierten Durcheinanders zu finden, dann doch zumindest bestimmt einem Mann Ihres Formats.

Mit solch einer exzeptionellen Expertise wie der Ihrigen sollte es, so vermute und hoffe ich, ein Leichtes sein, Klarheit in dieses Tohuwabohu zu bringen und ich bitte Sie respektvoll und in Vorfreude um Ihre Antworten auf die durch das Urteil aufgeworfenen uns alle angehenden Fragen.

Ihre Bücher habe ich alle im Schrank und Ihre Dokumentationen haben mir so manch schlaflose, unruhige Nacht versüßt – ich bin ein großer Fan und Ihre Brillanz in der messerscharfen Analyse und Interpretation historischer Ereignisse und Quellen ist meines Erachtens nach nur schwer zu übertreffen und daher hoffe und wünsche ich uns sehr, dass Sie in diesem pikanten Fall zu einer Aufhellung des öffentlichen Verständnisses beizutragen mögen und vermögen.

Ich schätze mich auch persönlich überaus glücklich, Ihnen eine Gelegenheit bieten zu dürfen, wie schon oft zuvor Ihren beeindruckenden Wissensfundus demonstrieren und wieder einmal unter Beweis stellen zu können, dass Sie mehr als zurecht unangefochten als Deutschlands Geschichts-Experte Nr. 1 gelten.    

Zu schade nur, dass Sie sich schon im televisionären Ruhestand befinden – dieses heiße Eisen hätte bei Ihnen getreu unseres beider gemeinsamen Mottos „Aufklärung braucht Reichweite“ im Rahmen einer ganz offensichtlich unumgänglich angezeigten ZDF-History-Sondersendung gewiss eine besondere und obendrein auch visuell erhellende Aufarbeitung erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Cem Jebsen & die CemFM-Redaktion

4 Gedanken zu „Offener Brief von Cem Jebsen an Prof. Dr. Guido Knopp – Zur Beseitigung des Nationalsozialismus

  • 21. Oktober 2020 um 18:57
    Permalink

    Der Status Quo dieses Landes ist damit klar und erklärt so manchen paradoxen Zustand. Was auch klar ist, dass wir, das Volk, diesen Zustand lieber gleich, als später beenden möchten. Lüge, Täuschung und Betrug dürfen wir nicht dulden.
    Möge Gott uns beistehen!

  • 22. Oktober 2020 um 1:09
    Permalink

    Was ist das für ein „Premium-Journalismus“, der eine Riesendunstwolke um ein Splitterzitat aufbaut, dessen Kontext offenbar für vernachlässigbar gehalten wird? Wer nebulös auf einen „Richterspruch No. 143 des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 03.02.2012“ hinweist und den mündigen Lesern nicht einmal die Möglichkeit zur eigenen Inaugenscheinnahme der Hintergründe des Verfahrens und der Gerichtsentscheidung nebst Urteilsbegründung gibt, der betreibt Polemik und vergeudet die Lebenszeit all jener Mitmenschen, die ihm gutwillig einen Moment ungeteilter Aufmerksamkeit schenken, um sich sogleich kopfschüttelnd wieder abzuwenden, um sich der Bewältigung ihrer tatsächlich drängenden Alltagsprobleme zu widmen. (Eure Zeit möcht‘ ich wohl haben – nicht hingegen eure „Sorgen“.)

    • 22. Oktober 2020 um 13:43
      Permalink

      Hallo Friedwald,

      wir danken dir für deinen Kommentar sowie deinen Besuch auf der Webseite unserer internationalen Medienplattform.

      Es freut uns sehr, dass auch immer mehr Freunde der „Betreutes Denken“-Formate den Weg zu uns finden.

      Allerdings müssen wir dich enttäuschen, wenn du bei uns, wie andernorts allgemein üblich, häppchenweise vor-, nach- und zubereitete Informationen, die den Frame, in dem das Denken vonstatten zu gehen hat, von vorneherein festlegen, vorzufinden hoffst.

      Getreu dem Motto „Es kommt immer anders, wenn man selber denkt“, welches in Bronze gegossen über dem Haupteingang zu Herrn Jebsens Büro-Komplex an einen unserer fundamentalen journalistischen Leitsätze erinnert, nehmen wir den Leser in die Pflicht und ermuntern ihn zu selbständigem Denken in Eigenverantwortung.

      Für Allgemeinplätze wie „Polemik“ ist bei uns kein Platz – wir regen zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung, fern jeglicher vorgefertigter Denkschemata, an.

      Begib dich ins Thema und selber auf die Suche, bild´ dir deine Meinung eigenständig und entdecke Erstaunliches.

      Quellenangaben beispielsweise sind schon ein subtiler Versuch, dein Denken in eine bestimmte Richtung zu lenken und haben in freiem Premium-Journalismus, der den Leser wahrhaftig zu ermündigen sucht, daher nichts verloren.

      Grüße gehen raus

      Die CemFM-Redaktion

    • 23. Oktober 2020 um 18:05
      Permalink

      Schade, dass Sie einer internationalen judikativen Instanz ihre juristische Kompetenz absprechen.
      Jeder gesellschaftliche Vertrag, sei er nun privat oder öffentlich, richtet sich nach „Recht und Gesetz“ und nicht nach privater In-Augenscheinnahme oder Meinung. Sehen Sie das etwa anders und „pfeifen“ auf „Recht und Gesetz“?

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