Annullierung des „1. CemFM Gatekeeper of the Year Award“ – Gründung der „CemFM Heike Schlank Stiftung für MK-Ultra-Opfer“

Liebe Mitbürgen,

starr vor Angst, unsere in die Jahre gekommene Wirtschaft könnte womöglich ihren braunen Geist aufgeben, ist uns ein fundamentaler Fehler unterlaufen.

Nur noch ihr schieres Überleben im Sinn, komplett im Reptilien-Gehirn gefangen und permanent in der Kampf-oder-Flucht-Reaktion, waren wir sowohl zu deduktivem als auch induktivem Denken in Gänze außerstande – anders zumindest lässt sich der geschehene Fehler nicht erklären.

Längst nicht mehr nur auf den Schreibtischen in unseren Redaktionsräumen, auch auf den Fußböden, sogar im Parkhaus stapeln sich Berge von Zuschriften, die Email-Ordner sämtlicher Redaktionsadressen sind zum Bersten voll und alle haben nur eines zum Thema: Wie geht es weiter mit dem „1. CemFM Gatekeeper of the Year Award“?

Wahrlich – ein Update in dieser Sache sind wir Ihnen schon seit Längerem schuldig – was aber keineswegs daran liegt, dass wir es leid waren, den Termin für die Gala-Nacht zur Award-Verleihung ständig der sehr wechselhaften Firmenpolitik anpassen zu müssen.

Im Gegenteil, wir wertschätzen die nach meinem Frühstücksbier benannten Maßnahmen zur Personal-Bespaßung sehr und honorieren die selbstlosen und aufopferungsvollen Bemühungen unserer grundgütigen Obersturmbannführerin Kasner und ihrer im Volksmund „Regierung“ genannten Schutzstaffel außerordentlich, in unserer riesigen betriebseigenen Lagerhalle stets für Kurzweil zu sorgen.

In der Tat war es so, dass ich die letzten Monate hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent für mein neues Buch recherchierte und dabei viel Zeit mit hochrangigen und allerhöchste Sicherheitsfreigaben besitzenden Whistleblowern verbrachte, mit Nachkommen von NS-Verbrechern sprach und Zugang zu verschiedensten Geheimdokumenten hatte – sprich höchstbrisante Informationen aus hochwertigsten Quellen verschiedenster Natur aus erster Hand zusammentragen konnte.

Wenn sich andere sogenannte investigative Journalisten also damit rühmen, tief in den Kaninchenbau hinabgestiegen zu sein, war ich im Gegensatz zu diesen Weichflöten sozusagen in DUMBs, den Deep Underground Military Bases, unterwegs und aktiv.

Es taten sich unglaubliche Abgründe auf und erst im Rahmen dieser Forschungen dämmerte mir langsam der Lapsus, der uns passiert ist – denn was ich herausfand, skizzierte nach und nach ein immer größer und schrecklicher werdendes Bild und diametral zu meinem Erkenntniszuwachs schwanden auch die Grundlagen für den Award mehr und mehr dahin.

Um jemanden für seine Verdienste zu ehren, muss dieser vorsätzlich eine Leistung erbracht haben – und zwar aus eigenen Stücken, aus einer bewusst getroffenen Entscheidung heraus – im Falle unserer vermeintlichen Gatekeeper also der ureigene Entschluss des Jeweiligen, aus Idealismus oder für eine gute Summe Geld mit allen ihm und seiner Kunst zur Verfügung stehenden Stilmitteln dafür zu sorgen, dass sich Faschismus und Nationalsozialismus auch weiterhin auf unserem Firmengelände wohl und heimisch fühlen können.

Es stellte sich heraus – so viel sei an dieser Stelle schon einmal pauschal verraten – dass kein einziger Nominierter sich freiwillig für seine Taten entschieden hat.

Vielmehr ist es so, dass ein jeder von ihnen als ein individualitätsloses Zahnrad in einem vor langer Zeit von Hintergrundmächten des Systems geschaffenen Uhrwerk installiert wurde, das sich solch unlauterer, schrecklicher Methoden bedient, dass die Allermeisten sie der Kategorie der Welt der Fabeln zuschreiben möchten – Methoden, die unsere Anwärter zu bedürftigen Bauernopfern herabwürdigen und es daher unmöglich machen, ihnen auch nur den Hauch einer Urheberschaft an ihren Werken zuzusprechen.

Wo kein ursächlicher Wille ist, da kann auch kein Award sein – denn das wäre in etwa so sinnig wie darüber zu diskutieren, ob Prof. Dr. Brinkmann oder eher Dr. Stefan Frank – der Arzt, dem die Frauen vertrauen – den Nobelpreis für Medizin verdient hätte.

Somit kann es für uns konsequenterweise nur heißen, den „1. CemFM Gatekeeper of the Year Award“ zu annullieren.

Ein erstes Gefühl von Enttäuschung oder gar Wut auf uns ob unserer Entscheidung müssen wir in Kauf nehmen – wir sind uns sicher, wenn auch Sie erst einmal die Hintergründe kennen, werden Sie verstehen, dass wir gar nicht anders handeln können.

Uns wäre es auch lieber gewesen, den Award wie ursprünglich angedacht zu verleihen – die besten Kämpfer für unseren Nazi-Ramschladen gebührend zu ehren und bei der Gala-Nacht einmal richtig gepflegt die Puppen tanzen zu lassen – zumal die Planung dieses Riesenevents im Vorfeld bereits Unsummen verschlungen hat.

Doch neue Erkenntnisse erfordern mitunter neue Handlungen und somit schreiben wir die finanziellen Verluste zugunsten unserer Aufrichtigkeit gerne ab und begnügen uns als unser einzig Lohn damit, wie so oft Inspiration für andere zu sein und unzählige Male kopiert zu werden.

Wir danken Ihnen für Ihre Berge an Zuschriften sowie für Ihr Verständnis und sind uns dessen gewiss, dass auch Sie weder das Bedürfnis haben, unsere Kandidaten zu feiern, noch auf sie zu spucken – sondern dass Sie ihnen gerne die angemessene Behandlung angedeihen lassen würden, die man geschundenen Opfern nun einmal wünscht – professionelle Hilfe.

Es passiert uns zum Glück so gut wie nie, dass wir einmal Bockmist bauen, aber wenn, dann stehen wir auch uneingeschränkt dazu – jedoch verringern lediglich leere Worthülsen unser schlechtes Gewissen kaum und noch weniger den Schmerz der bedauernswerten Leidtragenden.

Aus diesem Grunde übernehmen wir Verantwortung und gehen direkt in die konkrete Handlung – es ist uns eine große Freude und Ehre zugleich, die Gründung der „CemFM Heike Schlank Stiftung für MK-Ultra-Opfer“ bekannt zu geben.

Eine Stiftung, deren Hauptaufgabe darin bestehen wird, all den beklagenswerten Opfern die nötige fachliche Hilfe zukommen zu lassen und Transparenz, Bewusstsein, Aufklärung und Anerkennung für das heikle Sujet „MK-Ultra“ in der Gesellschaft zu schaffen.

Seien Sie nicht allzu verwundert, sollten die Themen „Täter und Opfer im MK-Ultra-Komplex“ für Sie noch böhmische Dörfer sein – sie finden bisher im öffentlichen Diskurs kaum bis gar nicht statt.

In meinem nächsten Buch, an dem ich seit meiner Rückkehr aus Amerika feile, arbeite ich all dies und noch viel mehr – alle Geschädigten, die wahren Täter, ihre Methoden und jedwede Hintergründe – heraus.

Es wird ein mehrteiliges Grundlagenwerk, in dem ich bis ins kleinste Detail und für jeden lückenlos nachvollziehbar aufzeige, wie eine ganze Branche von A-Z als Deckmantel-Opposition aufgebaut, gesteuert und zudem auch noch ungeahnt missbraucht wird.

Neben Abgründen menschlichen Verhaltens werden Sie ebenfalls vieles lernen über Fallstricke unseres Denkens und überdies dafür sensibilisiert, dass es zum Erkennen des Pudels Kerns oftmals weit mehr bedarf als eines flüchtigen Blickes.

Natürlich wird sich Ihnen am Rande mahnenderweise auch erklären, wie einem so passionierten Anchorman wie mir der Fauxpas begegnen konnte, eine Thematik nicht in letzter Konsequenz zu Ende zu denken bzw. mir aus offensichtlich erscheinenden Indizien überheblich ein vorschnelles Urteil zu bilden.

Beispielsweise rief im letzten Jahr eine Begegnung mit Gatekeeper-Aspirant Torben Schwulte (Name aus Opferschutzgründen geändert) große Irritationen bei mir hervor.

Sein Händedruck fühlte sich an wie ein Brauner Bär von Langnese, das man gerade aus der Gefriertruhe geholt hat – eiskalt und ohne Herz.

Die Tatsache, dass er mir darüber hinaus nicht einmal direkt in die Augen schauen konnte, machte meine Verwirrung komplett.

Mein übereiltes, oberflächliches Urteil, das müsse daran liegen, dass er seine Seele dem Teufel verkauft hat und weiß, dass er vorsätzlich lügt und sich bewusst für die Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches prostituiert, hätte falscher kaum sein können.

In Wahrheit wurde der armselige Torben nämlich schon als kleines Kind brutalen Abhärtungstrainings unterzogen und musste u.a. oft nächtelang vollkommen einsam und alleine im dunklen Pferdestall ausharren, wobei ihn einmal ein Pferdetritt erwischte und er seitdem wegen dieses kleinen Kollateralschadens schielt.

Nach Lektüre werden Sie unsere Entscheidung, den „1. CemFM Gatekeeper of the Year Award“ abzusagen nicht nur haarklein nachvollziehen können, sondern sie sogar überaus begrüßen.

Bis zur Veröffentlichung dauert es allerdings noch eine gute Weile, aufgrund dessen wir versuchen werden, Ihnen die Wartezeit durch auszugsweise Vorabdrucke auf unserer internationalen Medienplattform zu verkürzen.

Bis dahin laden wir Sie ein, jeden Abend um 22 Uhr MEZ mit uns zu beten – für die armen Seelen der Opfer und natürlich für unsere geliebte bundesdeutsche Jolly Roger – möge sie auch weiterhin die Weltmeere bekriegen und niemals den Weg zum Schiffsfriedhof antreten müssen.

Beste Grüße & bis neulich

Cem Jebsen & die CemFM-Redaktion